Liebes Fediverse,
wie einige von Euch schon mitbekommen haben, ist unsere Mastodon-Instanz social.anoxinon.de aktuell offline. Wir wollen erklären, was passiert ist, wo wir stehen, und Euch um Unterstützung bitten. Obwohl unser letzter Blogbeitrag schon einige Zeit zurückliegt ist bei uns einiges passiert – dazu gleich mehr, aber zuerst zum Akuten.
In der Nacht auf den 31.07.2026 sind bei unserem Hetzner-Server beide NVMe-Festplatten, auf denen social.anoxinon.de lief, kurz hintereinander ausgefallen. Sie waren im RAID1 gespiegelt, was normalerweise vor genau so einem Fall schützt. Nur wenn beide Platten (fast) gleichzeitig sterben, ist das zu wenig. Für ein solches Szenario haben wir zusätzliche Backups. Wir sichern sogar doppelt ab, über einen Proxmox Backup Server (PBS) und zusätzlich über Borg/BorgMatic. In unserem jetzigen Ernstfall hat sich ein bislang blinder Fleck gezeigt: In keinem der beiden Backup-Systeme wurde die PostgreSQL-Datenbank mit den Mastodon-Daten erfasst. Alles andere (Konfiguration, Medien, Cache) ist da, aber ohne Datenbank lässt sich die Instanz nicht sinnvoll wiederherstellen.
Der Vorstand hat heute entschieden, nachdem unser verzweifelter Admin YoSiJo alles andere erfolglos versucht hat, den Weg über eine professionelle Datenrettung zu gehen. Die Festplatten gehen an einen spezialisierten Dienstleister (DataReverse). Bekannt sind bisher: Analysekosten von ca. 299,00 €, Bereitstellungskosten bei Hetzner von 59,50 € sowie eine Kaution für die Datenträger von 2 × 154,70 € (inkl. MwSt.) – zusammen also rund 667,90 € an bisher fest kalkulierten Kosten. Das eigentliche Angebot für die Datenrettung selbst bekommen wir erst nach der Analyse. Sobald wir mehr wissen, aktualisieren wir diesen Beitrag.
Wir bitten jetzt schon aus einem konkreten Grund um Unterstützung, statt erst das finale Angebot abzuwarten: Datenrettung bei physisch beschädigten Datenträgern kann schnell vierstellig werden, das ist bei diesem Schadensbild überhaupt nicht unrealistisch. Unsere Rücklagen sind nicht endlos, und ein Betrag in dieser Größenordnung würde uns finanziell empfindlich treffen – im Zweifel so sehr, dass für einiges, was wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben, kein Spielraum mehr bliebe. Deshalb schon jetzt der Aufruf zur Spende per Überweisung:
- Kontoinhaber: Anoxinon e.V.
- IBAN: DE16 5735 1030 0055 0591 25
- BIC: MALADE51AKI
- Verwendungszweck: Data Recovery Mastodon
Falls durch eure Spenden mehr zusammenkommt, als für die Datenrettung tatsächlich gebraucht wird, fließt der Überschuss in unsere laufenden IT-Betriebskosten – also in genau die Infrastruktur, die diesen Ausfall in Zukunft besser abfedern soll. Spenden sind steuerlich absetzbar, auch unter einer Jahressumme von 200 €. Eine Bescheinigung stellen wir gerne aus – Voraussetzung ist eine nicht-anonyme Spende, meldet euch dafür einfach bei buchhaltung@anoxinon.de. Weitere Infos zu Unterstützungsmöglichkeiten findet ihr auf unserer Unterstützungs-Seite.
Ein herzliches Dankeschön geht schon jetzt an GNU/Linux.ch: Der Schweizer Verein betreibt ein Onlinemagazin für Freie Software und freie Gesellschaft mit über 5.000 Artikeln von mehr als 230 freiwilligen Autor:innen – und hatte bisher selbst sein Mastodon-Profil auf social.anoxinon.de. Sie mussten wegen des Ausfalls kurzfristig auf eine andere Instanz umziehen und haben dazu einen eigenen Artikel veröffentlicht, in dem sie zu Spenden und tatkräftiger Unterstützung für uns aufrufen. Ihr Vorstand hat zudem bereits eine Spende von 500 € beschlossen, die ausgezahlt wird, sobald wir den Restore-Prozess offiziell beauftragen. Danke, dass ihr trotz eigener Unannehmlichkeiten an uns denkt!
Und weil, wie eingangs erwähnt, seit unserem letzten Blogbeitrag einiges passiert ist: Wir haben dieses Jahr eine öffentliche Stage-Umgebung aufgebaut (stage.anoxinon.de), in der wir Freie- und Open-Source-Software für die Community testen, bevor sie produktiv geht – jeden Dienst, den wir produktiv betreiben, gibt es dort auch als Testumgebung. Wir organisieren gerade den Berliner FediDay mit, zusammen mit Digitale Gesellschaft e.V. und anderen Fediverse-Akteur*Innen. Und wir beteiligen uns gemeinsam mit der AG Queer Lichtenberg an der ersten „Queer Inklusiven Woche Lichtenberg 2026“ des Bezirksamts Lichtenberg, unter anderem mit Veranstaltungen zu “Einsamkeit und KI” und “Digitaler Nachlass”. Zu all dem folgt bald mehr in eigenen Beiträgen – wir wollten das hier nur schon mal erwähnen, für alle, die uns über diesen Beitrag zum ersten Mal kennenlernen.
Bitte teilt diesen Beitrag – über Euren Fediverse-Account, sonstige Netzwerke, wo auch immer Ihr gerade unterwegs seid. Da wir über unsere eigene Mastodon-Instanz aktuell selbst nicht kommunizieren können, sind wir besonders auf Reichweite über andere Kanäle angewiesen. Zwischenzeitlich haben wir dieses Update auch schon über unseren Account auf BizzFed geteilt (@anoxinon_stage@bizzfed.stage.anoxinon.de) – einem noch recht unbekannten, jungen Fediverse-Projekt, das wir gerade in unserer Stage-Umgebung testen. Wer mag, kann uns dort für weitere Updates folgen, solange Mastodon offline ist. Wir halten Euch hier auf dem Laufenden.